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GEMEINDE VON AGIASOS
ORCHIDEE

Vor Tausenden von Jahren wurde Lesbos von der Mutternatur mit einer einzigartigen Flora und Fauna beschenkt. In den praehistorischen Zeiten haben die Leute die Insel "Efthendro" und "Lasia" genannt, weil sie mit noch ueppiger Vegetation bedeckt war und noch ist. 

Im Zentrum der Halbinsel von Lesbos ragt der Berg Olympus mit einer Hoehe von 967 m. Dort liegt die traditionelle Siedlung Agiasos. Die Umgebung von Agiasos ist mit Obstgaerten, Olivenhainen, Walnuss- und Kastanienwaeldern, sowie mit Kieferwaeldern bedeckt. Auf der anderen Seite des Berges Olympus ist die Spitze kahl und felsig.
Das Gebiet am Fuss des Berges ist ein botanisches Paradies, besonders waehrend des Fruehlings. Zwischen den Baeumen und den Bueschen gibt es viele bekannte und seltene Pflanzen, genauso wie heilsame Kraeuter. "Bitonicas", Balsam, Salbei, Mohnblumen, wilde Rosen, unterschiedliche Arten von Gaensebluemchen, Anemonen, Disteln, Ornithogalo, Aristilochia indigene Tulpen, Fritillaries, Pfingstrosen, wilde Veilchen und Psoralea sind nur einige bekannte Pflanzen, die Sie beim Wandern vorfinden koennen. 

Laien und Botaniker sind jedoch an selbst gesaeten Orchideen interessiert. Agiasos Orchideen sind die eindrucksvollsten und seltensten Sorten in Griechenland und in Europa. Im folgenden stellen wir Ihnen einige vor: 

  1. Die Orchidee Orchis erhielt den Namen von ihren zwei runden Wurzeln. Die Orchideen Sorte "Tridentata" wurde wegen den drei gezahnten Huelsen am unteren Teil der Blume so benannt. Der Bluetenstand ist verhaeltnismaessig dicht und hemisphaerisch. Mannigfaltige pinkfarbene Blueten sind vorhanden. Der konische Zapfen hat keinen inneren Nektar. Die seitlichen Kelchblaetter und die Blumenblaetter formen eine Haube. Die Insekten befruchten sie. Diese Orchidee bevorzugt es im schattigen Klima zu wachsen, mit kreidehaltigen und neutralen Boeden in offenen Kieferwaeldern und in Gebieten mit Gestruepp in grosser Hoehe. Sie blueht ab Mitte April bis Ende Juni. 
     

     

  2. Die Orchidee Ophrys und besonders die Sorte Reinholdii (Reinholds Orchidee) ist eine elegante mittelgrosse Pflanze. Ihre Blueten haben dreieckige rosafarbene Kelchblaetter mit einer mittigen gruenen Rebe. Der Bluetenrand sieht aus wie ein buntes weibliches Insekt und zieht so auf diese Weise die maennlichen Insekten an, um die Blume mit Bluetenstaub zu befruchten. Diese Sorte waechst auf kreidehaltigem Boden in den Kieferwaeldern und im Gestruepp. Sie blueht ab Ende Maerz bis Anfang Mai. 
     

     

  3. Limodorum Abortivum wurde nach Theofrastus benannt, dem griechische Botaniker und Philosoph aus Lesbos. Es ist eine bekannte Orchidee auf der Insel, ziemlich robust und gross, die in den Kiefer- und Kastanienwaeldern gefunden werden kann. Sie hat lange tiefe Wurzeln und ist violettfarben, ohne gruene Blaetter. Der Stiel hat kleine Blaetter und die Blueten sind gross und violett mit einem langen Zapfen. 
     

      

  4. Anacamptis bedeutet "zurueck schauen" und der Name entstand durch die Position der Bluetenstaubmischung. Der zweite Name dieser Sorte ist Pyramidalis und bedeutet die Pyramide, wegen der Form des Bluetenstands der Blume. Es ist eine vielgestaltige Pflanze, mit duennen lanzenfoermigen Blaettern. Der Bluetenstand hat viele kleine wohlriechende Blueten. Der Zapfen ist lang und abwaerts gekruemmt. Die Orchidee waechst im kreidehaltigen, trockenen Boden in Olivenhainen, in Kastanien- und Kieferwaeldern. Sie blueht ab Ende April bis Mai und manchmal bis Anfang Juni. 
     

     

  5. Cephalanthera bekam ihren Namen durch die runde Form des Pollenschlauches, der wie ein Kopf aussieht. Der zweite Name dieser Sorte ist Longifolia und entstand aus den langen lanzenfoermigen Blaettern. Es ist eine bekannte Orchidee vom Gebiet des Berges Olympus. Sie wird durch ihre Wurzeln, Blaetter, Bluetenstand und Knospen gekennzeichnet. Diese Pflanze wird durch Brutknollen fortgepflanzt. Diese Sorte bevorzugt kreidehaltigen Boden und waechst in hemisphaerisch schattigen Orten der Kiefer- und Kastanienwaelder, von April bis Ende Mai. 
     

     

  6. Himantoglossum Comperianoum war bis vor kurzem als Comperia Comperiana bekannt und ist die botanische Attraktion des Ortes. Sie ist eine der interessantesten und seltensten Orchideen in Europa. Urspruenglich kommt sie aus dem Osten und waechst in hohen Bergen von Kleinasien, Libanon, Syrien und der Krim. Auch in Lesbos und besonders am Berg Olympus kann man sie finden. Sie waehst in den gebirgigen Kieferwaeldern in einer Hoehe von 600 m und bevorzugt schattige Orte mit kreidehaltigem Boden. Sie blueht normalerweise von Anfang Mai bis ende Juni. Die Orchidee wird durch die langen faseraehnlichen Enden ihrer Kanten gekennzeichnet. 
     

     

  7. Es gibt andere Sorten von Himantoglossum, die im gleichen Ort wie die Comperia Himantoglossum wachsen. Der Name entstand durch die griechischen Woerter "Himandas" (Guertel oder Schnur) und "Glossa" (Zunge). Die Blueten sind rosa und haben lila Punkte an der Unterseite der Kante. Die mittlere Huelse ist gespalten mit einer Laenge von 90 Millimeter, waehrend die Spalte 10-50 Millimeter lang ist. Diese Orchidee waechst in schattigen Orten mit kreidehaltigem Boden am Rand der Waelder. Sie blueht von Juni bis Juli. 
     

     

  8. Etwas total Neues und extrem Seltenes ist der Mischling, den ich im Fruehling 2004 etwas weiter oben am Sanatorium in Agiasos entdeckte. Es ist eine Sorte die was von den zwei vorherigen hat, Himantoglossum Comperianoum und Himantoglossum Montis Tauri. Es ist eine einzigartige Pflanze. Es ist offensichtlich die neue botanische Attraktion von Agiasos. Sie wurde benannt als Comrtoglossum Agiasense, I Karatzas, Nothogen und Spec.nat.nov. 
     

Die Orchideenfamilie ist die groesste und gleichzeitig die juengste Pflanzenfamilie, bei der die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist.
Die unzaehlbaren Eigenschaften und Eigenheiten sind eindrucksvoll. Die unvergleichbare Schoenheit der eleganten Blueten zieht jeden Fruehling viele Leute an, um am Fuss des Berges Olympus diese Orchideen zu suchen. Selbst gesaete Orchideen auf Lesbos sind im Moment in Gefahr, weil die natuerlichen Lebensraeume zerstoert werden. Gruende sind die Ueberweidung, die intensive Bearbeitung, der Ueberanbau der Landschaft und im Allgemeinen jede menschliche Intervention mit der Natur. Wir hoffen, dass diese Einleitung zu einigen wichtigen Orchideen von Agiasos, die Leute sensibilisiert und dazu beitraegt sie zu schuetzen. 
Alle wilden Orchideen sind unter strengem Schutz durch die Europaeische Gemeinschaft. Wenn wir letztendlich die natuerlichen Lebensraeume schuetzen, sind wir in der Lage, weiteres Wachstum zu erzielen, durch unsere oekonomischen Ressourcen und durch alternative Formen von Oekotourismus. 

(Eine Rede von John Karatzas am ersten Kirschfest der Stadtgemeinde von Agiasos)