GEMEINDE
VON AGIASOS
KIEFER-WALD
Nordwestlich auf dem Olympus gibt es einen Kieferwald von einzigartiger Schoenheit. Er umfasst 32.000 Quadratkilometer, von dem ein grosser Teil zur NATURA 2000 Zone gehoert. Es gibt pure Klotzen von Kieferbaeume und eine immergruene Pflanzenwelt. Mittendrin kann man die typische buschige Waldvegetation vorfinden.Fuechse, Hasen, Wiesel, Dachse, Giftschlangen, Otter, Eulen, Falken, Stieglitze, Spatzen, Rotkehlchen, Tauben, Amseln, Drosseln, Moorhuehner und mehr. Das sind nur einige von der Tierwelt im Kieferwald von Agiasos.
Es ist ein Ort, welcher seit der Tuerkischen Besetzung stark mit der Geschichte und der soziooekonomischen Entwicklung von Agiasos verbunden ist. Waehrend der Tuerkischen Besetzung haben die Leute harzhaltiges Holz und Harz verwendet, um Licht zu produzieren. Sie stellten auch harten Teer her und verkauften es an die Schiffswerft fuer die Abdichtung der Boote. Teer wurde auch als isolierendes Mittel fuer die Waende und die Keller benutzt, um die Haeuser vor Feuchtigkeit zu schuetzen. Die "Giourouks" waren die Nomaden, die waehrend der Tuerkischen Besetzung in den Waeldern von Agiasos sesshaft waren. Sie blieben auf der Insel bis 1923, als der Austausch der griechischen und tuerkischen Bevoelkerung stattfand. Die Giourouks wohnten in Zelten und lebten vom Verkaufen. Sie verkauften Waldprodukte wie Brennholz, Bretter fuer das Tragen von Brot in die Oefen usw.

Nach der Unterdrueckung der Revolution im Jahre 1823 und der Niederlage der Leute von Psara, auf dem Nordteil der Insel, riss Mustafa Aga Koulaxiz den Ort des "grossen Sees" an sich. Er entwaesserte bestimmte Teile, um Weizen zu saeen und die Einwohner von Agiasos zur harten Arbeit zu verpflichten. Dieses dauerte bis zum Ende der griechischen Revolution, als Mustafa entschied, dass der Anbau des grossen Sees nicht rentabel war und so wurde der Ort als Weideland an die Schafhirte weiter gegeben. Mustafas Nachkommen behielten den Ort bis zum Jahre 1874. Dann kaufte es die griechisch-orthodoxe Kirche von der tuerkischen Regierung ab.
Im Jahre 1929 erzielte die Kooperation der landlosen Bauern von Agiasos zusammen mit ihrem Vorsitzenden Reserveoffizier Stratis Kapatos, ihren Wiederaufbau nach der Verbreitung der Kirchen, Kloster, Schulen und oeffentlichen Grundstuecke. Dieses begann bei den acht Klostern von Lemnos, die zum Kloster Megisti Lavra auf dem Berg Athos gehoeren. Der Ort des grossen Sees wurde enteignet und ein Gebiet von 1.200 Quadratkilometer wurde zu Obstgaerten und zum anbaufaehigem Land gemacht, welches damals die grossen Sozialprobleme loeste.
Waehrend der Zeit des Buergerkrieges hatten die Partisanen ihre Schlupfwinkel (Ambria), in den Bergen unter den massiven Felsen (Chalatsies) im Kieferwald von dem Ort "Sotira".
Spaeter im Jahre 1970 war die Siedlung der "Retsinades" (Rosinensammler) in Hoechstleistung, bezueglich des Sammelns der Rosinen in den Kiefern. Reste dieser Siedlung, die "Patildelia" genannt wird, gibt es bis heute noch (Spuren gibt es von Haeusern und einer Baeckerei, von Rosinenbehaeltern und einem verfallenen Café usw.).Heute ist der Kieferwald eine Haupteinkommensquelle fuer viele Familien der Holzfaeller. Die Stadtgemeinde von Agiasos vermietet die Orte, die abgeholzt werden muessen.
Die meisten Entwaesserungsgraben entstehen innerhalb der Grenzen des Kieferwaldes am grossen See und fuehren zu grossen Mengen von Wasser, welches waehrend der Wintermonate in die kleinen Fluesschen fliesst. Die groessten Fluesse sind Agia Sotira und Tsigos, die das ganze Jahr ueber fliessen.

Der Carkavoura Fluss ist von besonderer oekologischer Bedeutung, weil er in den hoechsten Punkten des Olympus entspringt und durch Agio Dimitrios fliesst, weiter in den Evergetoulas Fluss und dem Golf von Gera. Die Kteneli Quellen befinden sich am Carkavoura Fluss in einer Hoehe von 350 m ueber dem Meeresspiegel. Dieser Fluss fliesst durch drei unterschiedliche natuerliche Lebensraeume, die von Natura 2000 und der Anordnung 92/43 der Europaeischen Union geschuetzt werden (Anhang I: Arten der natuerlichen Lebensraeume, die entsprechend ihrem Gelaende und der speziellen Erhaltungsgebiete gekennzeichnet werden muessen.):
a) Eine hohe, steile, felsige Klippe ist die Grenze von dem oestlichen Flussbett. Entsprechend des europaeischen Klassifikationssystems wird diese Art von Biotop als "Kalksteinfelsen mit Vegetation" (Code 8210) bezeichnet. Diese Arten von Felsen und Klippen sind Niststaette von raeuberischen Voegel und wichtige Lebensraeume fuer viele einheimische Sorten von Pflanzen der Aegaeischen
Inseln.
b) An der Flussbank gibt es eine ueppige Vegetation mit einer grossen Vielfalt: Platanenbaeume (Platanus Orientalis), Weiden (Vitex Agnus Castus), Pappelbaeume (Popoulus Sp.) und Rosenlorbeeren (Nerium Oleander) sind die ueberwiegenden Sorten des Ortes. Dazu gibt es Obstgaerten, Olivenhaine und traditionelle trockene Steinwaende an bestimmten Orten. Diese Arten von Lebensraeumen werden als "Waelder mit Platanenbaeumen" (Code 9200) genannt und gehoeren in die Kategorie der "Griechischen-Balkan Flussufer Waelder mit Platanenbaeumen" (Code Corine 44.711). Ueppige Vegetation und eine Vielfalt der Arten gibt es in den Gebirgsgebieten mit fliessendem Wasser auf den groesseren Aegaeischen Inseln.
c) Das westliche Flussbett ist viel regelmaeßiger mit wenigeren Steigungen. Direkt nach der Pflanzenwelt am Flussufer gibt es einen dichten Kieferwald mit einer Vielfalt an buschigen Pflanzen wie: Steineichen (Overcus Coccifera), Lentisks (Pistacea Lentiscus), (Pistacea Terebinthus), Arbutuses (Arbutus Unedo), (Arbutus Andrachne), Wolfsmilch (Euphorbia Sp.), Felsenrosen (Cistus Sp.) und viele andere. Diese Art von Biotop wird "Mediterrane Kieferwaelder" (Code 9540) genannt. Die Kieferwaelder auf dem Berg Olympus sind eine spezielle Kategorie mit der Kennziffer 42.852, die als "Aegaeische Kieferwaelder von Lesbos" bezeichnet werden.

Es gibt viele Quellen im Wald. Eine von ihnen ist die Quelle von "Tsigos". Nach Angaben der Forschung von 1990 beinhaltet das Wasser Mineralien und Magnesium. Diese wurde durch die Abteilung der Wasserwirtschaft der Verbindung von der Stadtgemeinde durchgefuehrt, welche die Heissen Quellen oder die Mineral Quellen in Griechenland besitzen. Eine lokale Firma benutzte fuer viele Jahrzehnte das Wasser aus Tsigos Quellen zum Abfuellen von alkoholfreien Getraenken. Die Quellen entstanden durch die Verwitterung der Felsen, sowie durch das Vorhandensein des Talus. Agiasos gehoert zu der Verbindung der Stadtgemeinden, welche die Heissen Quellen oder Mineral Quellen besitzen, wegen der Tsigos Quelle.
Spezifischer sind die Grenzen des Waldes am grossen See:
Diese beginnen nordwestlich von dem Ort "Sykia", 650 m westlich bei der Einmuendung von dem kleinen Camareli Fluss mit dem Vouvaris Strom, dann weiter ostwaerts entlang am kleinen Cavouropotamos Fluss bis zur Einmuendung mit dem Camareli Fluss. Es geht weiter Richtung Suedost am Cavouropotamos Fluss vorbei zum Ort "Stavros" und von dort aus am Waldweg entlang, der hoeher ist als der Lagadi Fluss, bis der Agio Dimitrios Fluss erreicht wird (nahe der Kapelle). Danach wird die Hauptstrasse gekreuzt, suedlich Richtung Carcavouras Fluss bis zur Quelle. Von dort aus Richtung "Kabia", an den Grenzen der privaten Grundstuecke, am Ambeliko und am Wald des grossen Sees vorbei. Weiter hoch 770 m die Gebirgskette entlang und dann suedlich hinunter bis zum Kabia Fluss, bis zu einem Stuetzpfeiler der Azop Spitze.
Von Azop aus am Wald Ambelico vorbei, in den Hoehen 771, 700, 600, 500, 400, 300, 200 m, entlang am Nebenfluss von Agia Sotira und Stravolagado, welcher den Vourkos Strom erzeugt. Von dem oberen Nebenfluss geht es weiter Richtung Nordwesten zur Spitze von Kokkina (465 m). Dann weiter noerdlich, vorbei an den Waeldern von Agiasos und Vassilika, in Hoehen von 533, 523 und 508, am Tigana Ort vorbei bis zum Ort Stenoklidi auf der Hauptstrasse Mytilini-Polychnitos. Weiter entlang an den Grenzen des Vassilika Waldes, Richtung Nordost zum Kakovouno Ort und zur Kara Dag Spitze (401 m). Dann weiter Richtung Norden, raus aus dem Wald von Vasilika und Vouvari, bis zum Ort Sykia, wo es begann.
|