GEMEINDE
VON AGIASOS
OLYMPUS GEBIRGE
Der Berg Olympus (Olymp) verdankt seinen natuerlichen Reichtum der Vielzahl an Biotopen der Insel, der Eigenheit seiner Felsen, den jahrhundertlangen menschlichen Auswirkungen, der Nachbarschaft mit Kleinasien und seiner geologischen Trennung von der oestlichen Aegaeis.
Lesbos hat eine der reichsten Pflanzenwelt in Griechenland. Gruende dafuer sind die vorteilhaften Wetterbedingungen (Winde, Wolken, Temperaturen, Feuchtigkeit etc.) und die Morphologie ihrer Landschaft. Ihre Flora beinhaltet mehr als 1400 Taxon (Arten und Vorarten) der hoeheren Pflanzen. Wenn wir bedenken, dass Kreta eine der reichsten Pflanzenwelt hat und 1750-1800 Taxon beinhaltet, jedoch fuenf mal groesser ist als Lesbos, dann koennen wir uns die Groesse der Flora von Lesbos vorstellen. Viele dieser Arten sind selten und stellen ein bestimmtes phytogeographisches und oekologisches Interesse dar.

Die Bergkette von Olympus wird in der amtlichen Liste von Biotopen in der „CORINE-Land Deckung“ bewertet. Es ist auch Teil der Region, namens "Golf von Gera - Sumpf Dippi und Berg Olympus" und ist im wissenschaftlichen und nationalen Katalog des europaeischen Netzes der geschuetzten Orte "NATURA 2000", mit der Kennziffer GR4110005, aufgenommen. Es ist als "wichtiges Vogel-Gebiet (IBA)" gekennzeichnet und liegt im nordoestlichen Teil von Lesbos. Geologische Berichte bestehen aus Schwemmland (um den Golf von Gera), Marmor, Schiefer, Pyroxene-Peridotes und Olivin.
Der Berg Olympus (968 m) ist mit Kastanien und rauen Kieferwaeldern bedeckt, waehrend seine Spitze kahl und felsig ist. Die Olympus Bergkette ist das interessanteste Gebiet von Lesbos, wegen seiner unglaublichen Flora und der einheimischen und seltenen Arten. Es gibt eine grosse Vielzahl an Biotopen (7% der Teilgebiete, die dem Netz "NATURA 2000" angehoeren, mit der groessten Anzahl an Biotopen) und andere wichtige Arten (17% der Teilgebiete, mit der groessten Anzahl an wichtiger Arten).

Eine grosse Vielzahl an Biotopen und der lebenden Organismen befinden sich in einem verhaeltnismaessig kleinem Bereich. Vorherrschende Pflanzengebiete sind ein zugewanderter Kastanienbaumwald (Castanea Satival) und ein dichter Wald von rauen Kiefern (Pinus Brutia). Diese Waelder bedecken den Berg und sind in sehr gutem Zustand. Nur ein kleiner Teil des Berges ist mit schwarzen Kiefern bedeckt, der einen prioritaeren Lebensraum darstellt, entsprechend der E.U Anweisung 92/43 (Nadelwaldgebirge mit Kieferwaeldern).
Ein anderes prioritaeres Biotop "Pseudo-Steppe mit Graesern und Einjahrespflanzen" liegt in einem sehr begrenzten Bereich in dem Gebiet.

Zusaetzlich gibt es andere oekologische Eigenschaften der Gegend: die mediterrane Gebirgsbildung mit der Art Astragalus und der seltenen Silene Urvillei. Olympus ist der Ort, an dem der indigene Asyllum Lesbiacum mit acht weiteren einheimischen Arten von Pflanzen zusammen aufgewachsen ist und durch das griechische Gesetz (Praesidentenverordnung 67/81) geschuetzt ist. Auch ist es das einzige Gebiet auf der Insel, wo die meist seltensten Festuca Pseudosoupina (einheimisch auf Chios und Lesbos) gefunden werden. Die Gegend ist reich an Geophyten und besonders seltener Orchideen; es gibt 12 Arten von Orchideen, wie z.B. die Comperia Comperiana, empfindlich und geschuetzt durch die CITES Vereinbarung, die in Griechenland und in Europa als Seltenheit betrachtet wird. Dasselbe gilt auch fuer bestimmte Arten und Vorarten, die auf dem Berg Olympus in verhaeltnismaessig feuchten Gebieten wachsen. Es sind Fritillaria Pontica Wahlenb, Paeonia Mascula, Arten von der Sorte Tulipa und weitere. Sie wachsen normalerweise in Gebieten ausserhalb vom Meer und eher im Inneren der Insel, in den schattigen Waeldern oder manchmal am fliessenden Wasser, aber nicht in konstanten Fluessen. Das sind nur einige Beispiele von den seltenen und interessanten Pflanzen auf dem Berg Olympus. Die Gegend kann als ein botanisches Paradies betrachtet werden. Jedoch sind nur wenige von ihnen im "roten Datenbuch der seltenen und bedrohten Pflanzen von Griechenland" (Phitos u.a.1995) aufgenommen, wo Gesetze fuer ihren Schutz vorgeschlagen werden.
CASTELI
Es war wohl mal eine sehr wichtige Festung. Wenn Sie die Strasse entlang nach Agiasos gehen, gibt es nach der Kreuzung Richtung Stavri auf der rechten Seite, eine tiefe Schlucht von "Perasia" oder "Perasma" (Durchgang), die das Wasser der Stadt aufsammelt. Sie ueberschreiten "Pigillia" mit ihren beruehmten byzantinischen Ruinen einer Siedlung. Von dieser Eingangsstrasse koennen Sie eine andere grossartige Festung „Xylocastro“ entdecken.

Ueber diesem Durchgang steigt ein steiler Felsen empor, der an seiner Oberseite mit Castelli gekroent wird. Dieser kleine Huegel ist mit Kieferbaeumen bedeckt und bis zur Nordseite mit einem anderen steilen felsigen Berg verbunden, der westlichen Seite von der Schlucht „Heiliger Dimitris“. Sie koennen Castelli unter den hohen Kiefern, entlang an einem schoenen Kopfsteinpflasterweg erreichen. Die Kapelle von Taxiarchis (Erzengel) liegt an der Oberseite mit einem Marmor Brunnen. Die Konstruktion der byzantinischen Festung ist rechteckig, mit dicken Waenden, gebaut mit Kalkstein und pulverisiertem Ziegelstein. Die oestliche Seite ist hoeher als die westliche, weil es auf einem niedrigeren Niveau, aber mit der gleichen Technik, gebaut wurde. Es gibt einige neuere Zugaenge zur Burg. Die alte Strasse kreuzt die westliche Seite am Fuss des Felsens. Mitten auf dem Kopfsteinpflasterweg gibt es ein Stueck von der Festung, vom gleichen Material. Es war vermutlich ein Schutzwall, der den Eingang zur Festung schuetzte. Es gibt einige keramische Ueberreste innerhalb der Burg, wie Ziegelsteine, Dachfliesen und Toepferwarenglaeser, welche die Existenz einer Siedlung belegen. Gefundene Muenzen in diesem Gebiet belegen die Wichtigkeit der Festung, waehrend des mittleren byzantinischen Zeitalter (8.-9. Jahrhundert n.Chr.) und der Periode von Gatelouzi (1355-1462).

Es scheint, dass diese kleine Burg die Siedlung Agiasos und Sanat Orio beschuetzte. Xylokastro wurde zur gleichen Zeit als Schutz- und Beobachtungspfosten fuer das umgebende Gebiet benutzt.
Jedoch gibt es Anhaltspunkte, dass Castelli offenbar viel aelter ist. Einige Tonscherben wurden drinnen gefunden und bestaetigen die Existenz einer antiken Festung (6. Jahrhundert v.Chr.). Die Burg stand eigentlich auf der Spitze der tiefen Schlucht, von der westlichen Seite der Festung, die auch vom Berg Olympus getrennt war. Diese Schlucht ist eine Fortsetzung von Prionas, Beginn ist Drota und das Ende ist beim Heiligen Dimitris, der Weg zum Tal von Ippios. Das Suedende der Schlucht wurde von der Festung "T' Skliou tou Marmarou" bewacht.

Diese Festung lag wohl an der Grenze zwischen Mytilini und Pyrra, an der oestlichen Seite vom Olympus. Es gibt Entdeckungen, die das Vorhandensein des praehistorischen Lebens in dieser Gegend andeuten. Jedoch muesste es eine vollstaendige Forschung geben, um genaue Beweis zu erhalten.
(Zeitung "Empros" Donnerstag, 24. September 1998, von Dr. Makis Axiotis)

T ' SKLIOU TOU MARMAROU, DER ALTE FELSEN
Neochori oder Boros ist wie bekannt, an der grossen Schlucht vom Fluss Prionas erbaut, welcher zu Kalamias wurde. Diese Schlucht ist tief und erreicht Agiasos, ist mit den Schluchten vom Fluss Evergetoulas verbunden und enden im Golf von Gera.
Der Fluss ist eine einzigartige Schoenheit, umgeben von ueppiger Vegetation. Das klare Kristallwasser reflektiert die Platanenbaeume, Farne, hoelzerne Bruecken, Ueberreste von Hydromuehlen und grosse Obstgaerten. Kastanienbaeume, Apfelbaeume, Birnen und Kirschen sind mit weissen Felsen, Kiefern und Zypressen, dem Quellwasser, den Schreien der Adler und der Feldlerchen vermischt. Es gibt auch die kleinen Huegeln von Akrasi, bekannt als Pera Plati. Und Boros, bekannt als Castrelli mit der praehistorischen Siedlung.
Wenn Sie auf Boros stehen, Richtung Norden, wo die Schlucht nicht gesehen werden kann, gibt es auf der rechten Seite einen Berg, der durch einen flachen weissen Felsen gekroent wird. Das ist "T ' Skliou tou Marmarou" (Der Hund des Marmorfelsen), ein einzigartiger Felsen. Am Dorf vorbei und weiter aufwaerts entlang am Fluss, koennen Sie ihn ueber eine Bruecke ueberqueren. Das sind die westlichen Abhaenge des Berges. Hier kommen Sie am kristallklarem Quellwasser vorbei und an den Ueberresten einer Siedlung (Halasmata). Der Weg fuehrt entlang zwischen zwei Bergspitzen, wo es Hinweise auf ein vergangenes zerstoerendes Feuer gibt. Gluecklicherweise ist ein grosser Teil des Waldes erhalten worden und der steile Felsen hat auf der oestlichen und noerdlichen Seite hohe Baumstaemme von rauen Kiefern.
Um die Oberseite zu erreichen gibt es einen Anstieg. Achtzig Meter von der Strasse entfernt und etwas schwierig zu erreichen. Der Ort liegt auf zwei Hoehen, geschuetzt vom Nordwind durch die Felsen. Es ist ein natuerlicher alter Felsen mit grenzenloser Aussicht und befindet sich in einem strategischen Punkt, wo es eine Abgrenzung zwischen Mytilini und Pyrra gibt.
Hier fand ich Spuren von menschlicher Existenz. Dieser alte Felsen war ein Wachposten und eine Festung, moeglicherweise sogar eine Frictoria (alter Signalturm) in der Antike. Es gibt Stuecke von schwarz bemalten Tonwaren und dunkelbraun bemalten Oellampen aus der hellenischen Zeit.
Die betraechtliche Anzahl an Tonscherben (rote Lehm- und Tonware und handgemachte Geraete), am Wasserabfluss im Graben an dieser Spitze, wahrscheinlich vom Bronzezeitalter, zeigen uns, dass es dort Wasser und auch Landwirtschaft und Tierzucht gab. Somit dann auch menschliche Siedlungen. Es wird allmaehlich mehr bekannt, dass diese Orte von einzigartiger Wichtigkeit waren, seit sie waehrend des Altertums besiedelt worden sind.
(Zeitung "Empros", Donnerstag, 30. Juli, von Dr. Makis Axiotis)
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